Die Gegenwart des Vergangenen. Strategien im Umgang mit künstlerischen und architektonischen Überlieferungen der DDR und Osteuropas

Eine Dokumentation des Umgangs mit baukünstlerischen 
Überlieferungen der DDR und Osteuropas 

Ausstellungs- und Forschungsprojekt 2007

Die langwierige und kontroverse Debatte um den Abriss des „Palasts der Republik“ macht beispielhaft deutlich, welch enormes Konfliktpotential im Umgang mit repräsentativer Architektur vorangegangener Systeme liegt. Ausgehend von der Debatte um den Palast machte das geplante Projekt in einem ersten Teil die in der Auseinandersetzung beobachtbaren, oft miteinander verwobenen Faktoren der individuellen und öffentlichen Erinnerung, der politischen Instrumentalisierung, der Sammelleidenschaft von Kuriositäten vergangener Systeme oder der entpolitisierten Kommerzialisierung sichtbar und dokumentierte sie mit Mitteln der zeitgenössischen Kunst. Der Blick richtete sich dabei über den „Palast der Republik“ hinaus auf vergleichbare Phänomene in osteuropäischen Ländern und versuchte Gemeinsamkeiten in der Positionierung zu architektonischen Hinterlassenschaften nach den 1989-91 eingetretenen Transformationsprozessen aufzuzeigen bzw. nationale Eigenheiten im postsozialistischen Aufarbeitungsdiskurs zu verdeutlichen.

Den künstlerischen Zugängen und Strategien wurden in einem zweiten Schritt Projekte zur Seite gestellt, welche die Thematik mit wissenschaftlichen Methoden bearbeitetn, die thematische Aspekte der Kunstwerke aufgriffen und in komplementären Feldern der wissenschaftlichen Auseinandersetzung verorteten. Dieser zweifache Zugang und die gemeinsame Präsentation künstlerischer wie wissenschaftlicher Ergebnisse dienten einem breiten und differenzierten Zugang zur untersuchten Fragestellung. Das Projekt wurde in Form einer künstlerischen Ausstellung präsentiert, die von einer wissenschaftlichen Tagung begleitet wurde. Zudem wurden die Projektergebnisse in einem Ausstellungs- und Tagungsband festgehalten.