Ausstellung und Vorträge, Oktober 2008

Dark Ages – Gegenwartskunst zu den Folgen der Dekade der Gewalt 1938-1949

Ausstellung vom 14. – 23. Oktober 2008, Vorträge zur Ausstellung am 14. Oktober 2008, im Rahmen des Internationalen Forums 2008 der »Geschichtswerkstatt Europa«, König Albert Haus, Leipzig

In der Ausstellung befassen sich deutsche und osteuropäische Künstler mit gegenwärtigen Formen des Erinnerns an das historische Jahrzehnt 1938–1949 als einer Periode der Gewalt in der europäischen Geschichte. Die Ausstellung ist Teil der Geschichtswerkstatt Europa, die im Oktober 2008 von der Stiftung Erinnerung Verantwortung und Zukunft und der Universität Leipzig ausgerichtet wurde.

Die künstlerischen Arbeiten rücken individuelle Strategien des Erinnerns in den Mittelpunkt. Die von Thomas Klemm kuratierte Ausstellung bringt Werke von Mandy Gehrt (D), Bettina Huttschek (F), Tim Kellner (D), Dimitri Kielbasiewicz (PL), Igor Schestakow (RU), Sarah Schoenfeld (D), Marc Wiesel (D) und Piotr Źyliński (PL) zusammen. Die transmedial experimentierenden jungen Künstlerinnen und Künstler verlassen dabei nationale Denkmuster; ihre Werke verweisen auf gesamteuropäische Erinnerungsmodelle, die die Bedeutung der sozialen und kulturellen Auswirkungen des »dramatischen Jahrzehnts« in der europäischen Gegenwart thematisieren.

Neben den künstlerischen Zugängen zur Dekade der Gewalt eröffnete ein Kolloquium mit Vorträgen von Krisztián Ungváry (HU), Catharina Winzer (D/CH) und Heidi Stecker (D) mehrere wissenschaftliche Perspektiven auf die Dekade der Gewalt.

Die Ausstellung und die geschichts- und politikwissenschaftlichen Veranstaltungen eröffneten in der »Geschichtswerkstatt Europa« unterschiedliche Sichtweisen auf denselben Themenschwerpunkt. Dabei diente jedoch weder die Wissenschaft der Erläuterung der künstlerischen Arbeiten noch die Kunst zur bloßen Illustration wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Vielmehr konnten sie gegenseitig die Reichweiten und Grenzen der verschiedenen Zugänge zeigen.

Dazu wurden die Ausstellung und eine auf die Präsentation ausgerichtete Vortragsveranstaltung zeitgleich und für den Rezipienten parallel zu den künstlerischen Arbeiten zugänglich präsentiert.

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